Rovinj zeigt seine besondere Seite nicht nur an der berühmten Altstadt, sondern vor allem dort, wo Pinien bis ans Wasser wachsen und schmale Wege zu kleinen Buchten führen. Ich stelle dir ruhige Badeplätze, Naturziele, Inseln und praktische Campingtipps vor, mit denen du die Stadt individueller und entspannter erleben kannst.
Die schönsten stillen Ecken liegen oft nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt
- Škaraba im Waldpark Zlatni rt bietet felsige Badeplätze, Schatten und klares Wasser.
- Cisterna südlich von Rovinj ist eine gute Wahl für alle, die eine ruhigere Küste mit dem Auto oder Fahrrad erkunden möchten.
- Palud verbindet eine geschützte Feuchtlandschaft mit einem besonderen Naturerlebnis abseits der Stadt.
- Maškin neben Crveni Otok wirkt deutlich ruhiger als die bekannteren Inselstrände.
- Für Camper sind Mai, Juni, September und Anfang Oktober meist angenehmer als Juli und August.

Die besten Badeplätze südlich der Altstadt
Mein erster Anlaufpunkt ist der Waldpark Zlatni rt, auch Punta Corrente oder Goldenes Kap genannt. Von der Altstadt erreichst du ihn zu Fuß in ungefähr 20 Minuten, mit dem Fahrrad noch bequemer. Die Wege sind überwiegend flach und führen durch schattige Pinienwälder direkt an der Küste entlang.
Viele Besucher bleiben an der Bucht Lone stehen. Ich würde jedoch weiter in Richtung Škaraba gehen oder radeln. Dort findest du flache Kalksteinplatten, kleine Felsbuchten und deutlich mehr Ruhe. Einen Sandstrand solltest du nicht erwarten, dafür ist das Wasser oft glasklar und ideal zum Schnorcheln.
Škaraba für Ruhe und Schnorcheln
Škaraba ist kein klassischer Strand mit Liegen, Duschen und Strandbar. Genau das macht den Ort interessant. Mit einer **Badeschuhen**, einer dünnen Matte und etwas Proviant bist du hier besser ausgerüstet als mit einem großen Strandgepäck.
Die Felsen können bei Nässe rutschig sein, und unter Wasser gibt es Seeigel. Feste Badeschuhe sind deshalb keine Nebensache. Wer früh am Morgen kommt oder erst am späten Nachmittag badet, erlebt die Buchten meist angenehmer als zur Mittagshitze.
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Cisterna und die Küste Richtung Süden
Wer mit Auto, Camper oder Fahrrad unterwegs ist, kann die Küste südlich des Waldparks weiter erkunden. Cisterna liegt abgeschiedener und wirkt ursprünglicher als die Stadtstrände. Das letzte Stück der Zufahrt kann je nach Route uneben oder geschottert sein, deshalb solltest du langsam fahren und nicht mit einem tief liegenden Fahrzeug bis an jede Bucht vordringen.
Für Familien ist der Bereich um Cuvi oder der flachere Kiesstrand bei Veštar oft unkomplizierter. Für mich sind diese Plätze weniger geheim, aber praktisch, wenn du Schatten, mehr Platz und einen leichteren Einstieg ins Wasser brauchst. Der eigentliche Gewinn liegt darin, den Strand nicht mitten am Tag, sondern vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr anzusteuern.
Palud und Lim-Fjord zeigen ein anderes Istrien
Südlich von Rovinj liegt das Naturgebiet Palud, ein ornithologisches Schutzgebiet mit Feuchtwiesen, Schilf und mediterraner Vegetation. Der Kontrast zur felsigen Küste ist überraschend stark. Hier geht es weniger um spektakuläre Badefotos und mehr um Ruhe, Vögel und eine Landschaft, die du in einem klassischen Strandurlaub leicht übersiehst.
Pack ausreichend Wasser, Sonnenschutz und Mückenschutz ein. In geschützten Gebieten solltest du ausschließlich markierte Wege nutzen, Hunde anleinen und weder Feuer machen noch wild übernachten. Vor der Abfahrt prüfe ich außerdem, ob einzelne Wege oder Bereiche saisonal gesperrt sind.
Ein zweites lohnendes Ziel ist der Lim-Fjord nördlich von Rovinj. Geologisch handelt es sich nicht um einen echten Fjord, sondern um eine überflutete Ria, also ein ehemaliges Flusstal. Die schmal zulaufende Bucht reicht ungefähr 10 Kilometer ins Landesinnere und lässt sich per Auto, Fahrrad oder Boot erkunden.
Die Radtour von Rovinj in Richtung Lim-Fjord ist sportlich überschaubar, aber mit etwa 15 Kilometern pro Strecke nichts für einen kurzen Abendausflug. Wer gemütlich unterwegs ist, sollte einen ganzen Tag einplanen. Am Wasser werden Austern und Muscheln gezüchtet, doch bei Bootsausflügen würde ich auf kleine Anbieter und überschaubare Gruppen achten, statt automatisch die größte Tour zu wählen.
Auf den Inseln wird Rovinj besonders ruhig
Vor Rovinj liegt ein Archipel mit zahlreichen kleinen Inseln. Die bekannten Ziele sind Sveta Katarina und Crveni Otok. Beide erreichst du mit einem Taxiboot vom Hafen aus, und schon die kurze Überfahrt verändert den Blick auf die Stadt.
Auf Crveni Otok lohnt es sich, nicht direkt am ersten zugänglichen Strand liegen zu bleiben. Laufe ein Stück weiter und suche dir eine ruhigere Felsküste. Die benachbarte Insel Maškin ist über einen schmalen Übergang erreichbar und wirkt oft weniger belebt. Einzelne Abschnitte sind als FKK-Bereiche ausgewiesen, daher solltest du auf Schilder achten und die örtlichen Regeln respektieren.
Sveta Katarina passt gut zu einem halben Badetag ohne große Planung. Du bleibst nahe an Rovinj, hast aber eine schöne Sicht auf die Altstadtsilhouette. Für einen wirklich ruhigen Ausflug würde ich die erste und letzte Bootsfahrt des Tages bevorzugen, denn zwischen 11 und 16 Uhr sammeln sich die meisten Besucher an den leicht erreichbaren Ufern.
Zwischen Batana, Markt und stillen Altstadtmomenten
Rovinj ist nicht nur eine Kulisse für Sonnenuntergänge. Früh am Morgen lohnt sich ein Rundgang durch den Marktbereich bei Valdibora, wenn Händler Obst, Gemüse, Olivenöl und istrische Spezialitäten anbieten. Ich kaufe lieber wenige regionale Produkte und esse später an einer einfachen Konoba, statt mich ausschließlich an den Restaurants an der Hafenpromenade zu orientieren.
Ein besonderer kultureller Zugang ist das Batana-Haus. Die Batana ist ein traditionelles flach gebautes Fischerboot aus Rovinj, dessen Handwerk und Gemeinschaftstradition von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurden. Eine Fahrt in einer solchen Ruderboot-Variante ist langsam und unspektakulär im besten Sinn. Du bekommst dabei ein Gefühl für die Stadt, das eine laute Ausflugstour kaum vermitteln kann.
Für die Altstadt empfehle ich den frühen Vormittag oder den späteren Abend. Dann kannst du die Gassen rund um die Kirche der heiligen Euphemia, kleine Durchgänge und die Künstlerstraße Grisia in Ruhe ansehen. Mittags ist Rovinj am vollsten, während die warmen Steine der Altstadt kurz vor Sonnenuntergang eine ganz eigene Stimmung entwickeln.
So passt Rovinj zu einem Roadtrip mit Camper
Rovinj eignet sich gut als Standort für mehrere Nächte, weil du von einem Campingplatz aus Stadt, Küste und Hinterland kombinieren kannst. Porton Biondi liegt vergleichsweise nah an der Altstadt, während Polari, Veštar und Val Saline mehr Küstengefühl und meist größere Resortstrukturen bieten. Valalta nördlich der Stadt ist ein ausgewiesener FKK-Campingplatz und deshalb nur passend, wenn dieses Konzept zu deiner Reise passt.
In der Hochsaison im Juli und August solltest du beliebte Stellplätze möglichst vier bis sechs Monate vorher reservieren. Bei Wohnmobilen oder Gespannen von mehr als 8 Metern ist eine passende Parzelle besonders wichtig. Ohne vorherige Anfrage kann die Zufahrt auf kleineren Plätzen unnötig schwierig werden.
Wildcamping ist in Kroatien verboten. Das gilt auch für scheinbar abgelegene Buchten, Parkplätze am Meer und den Waldpark Zlatni rt. Nutze einen offiziellen Campingplatz und fahre die Badeplätze tagsüber mit Fahrrad oder Roller an. So vermeidest du Ärger und entlastest zugleich die engen Straßen rund um die Altstadt.
| Reisezeit | Was dafür spricht | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Mai und Juni | Angenehme Temperaturen, weniger Andrang, gute Zeit zum Radfahren | Meer und Abende können noch frisch sein |
| Juli und August | Warmes Wasser und lange Badetage | Mehr Verkehr, höhere Preise und volle Buchten |
| September und Anfang Oktober | Ruhigere Atmosphäre und oft noch badetaugliches Meer | Einzelne Angebote fahren eingeschränkter |
Mein entspannter Tagesplan für weniger Trubel
Ich würde den Tag früh mit einem Spaziergang durch die noch ruhige Altstadt beginnen. Danach geht es mit dem Fahrrad über die Küste nach Zlatni rt und weiter zu Škaraba. Für diesen Abschnitt reichen normalerweise vier bis fünf Stunden, wenn du Badepausen und ein Picknick einplanst.
Am Nachmittag kannst du zurück in die Stadt fahren oder ein Taxiboot nach Crveni Otok nehmen. Den Abend würde ich nicht an der lautesten Hafenbar verbringen, sondern mit einem Spaziergang am Wasser und einem einfachen istrischen Essen ausklingen lassen.
In den Rucksack gehören Badeschuhe, Trinkwasser, Sonnencreme, eine kleine Taschenlampe für den Rückweg und eine wasserdichte Hülle für Handy und Schlüssel. Bei abgelegenen Buchten gibt es oft keine Toiletten, keinen Kiosk und keinen Schatten. Genau diese fehlende Infrastruktur macht sie ruhig, verlangt aber etwas Eigenverantwortung.
So bleibt dein persönlicher Rovinj-Geheimtipp erhalten
Die besten stillen Plätze funktionieren nur, solange Besucher sie nicht wie einen gewöhnlichen Strand behandeln. Bleib auf markierten Wegen, nimm deinen Müll wieder mit und stelle Stühle oder Fahrzeuge nicht auf empfindliche Vegetation. In Naturräumen ist weniger Ausrüstung meistens die bessere Entscheidung.
Plane außerdem immer eine Alternative ein. Eine kleine Bucht kann bei Wind unangenehm werden, ein Schotterweg nach Regen unpassierbar sein und ein Inselstrand im Hochsommer plötzlich voll wirken. Mit frühem Start, flexibler Route und respektvollem Verhalten findest du in Rovinj auch dann besondere Momente, wenn der Ort längst kein unentdecktes Reiseziel mehr ist.