Zwei Wochen Portugal können entweder nach ständigem Kofferpacken oder nach einem richtig guten Roadtrip aussehen. Ich empfehle eine Route, die Porto, Lissabon, die Atlantikküste und die Algarve verbindet, dabei aber genug Zeit für kleinere Orte, Wanderungen und ruhige Campingplätze lässt. Hier findest du einen konkreten Reiseplan, Varianten für kürzere Trips sowie praktische Hinweise zu Maut, Übernachtung, Kosten und Reisezeit.
Eine gute Route verbindet Portugals Küste mit dem abwechslungsreichen Hinterland
- 14 Tage reichen für eine ausgewogene Strecke von Porto bis Faro.
- Die schönste Verbindung zwischen Lissabon und der Algarve führt oft über die Alentejo-Küste, nicht über die schnelle Autobahn.
- Für ausländische Kennzeichen müssen elektronische Mautsysteme vor der Fahrt geklärt werden.
- Freies Übernachten ist in Schutzgebieten und an vielen Küstenabschnitten verboten.
- Am angenehmsten reise ich im Frühling oder Herbst, wenn Hitze und Andrang geringer sind.

Welche Portugal-Route für einen Roadtrip wirklich funktioniert
Portugal sieht auf der Karte kompakt aus, doch zwischen Porto und Faro liegen je nach Abstechern schnell 1.800 bis 2.300 Kilometer. Wer zusätzlich Sintra, das Douro-Tal, die Westküste und mehrere Strände einbauen möchte, sollte nicht jeden Tag den Standort wechseln.
Meine bevorzugte Variante ist eine Einwegroute von Porto nach Faro. Sie vermeidet große Umwege und zeigt mehrere völlig unterschiedliche Landschaften. Für ein Mietfahrzeug muss allerdings eine Rückgabe an einem anderen Ort möglich sein. Je nach Vermieter kann dafür eine Einweggebühr anfallen.
| Reisedauer | Empfohlene Strecke | Geeignet für |
|---|---|---|
| 7 Tage | Lissabon, Sintra, Alentejo-Küste, westliche Algarve | Erste Reise mit Fokus auf Küste |
| 10 Tage | Lissabon, Évora, Aljezur, Lagos, Tavira | Kompakter Roadtrip ab Lissabon |
| 14 Tage | Porto, Coimbra, Lissabon, Alentejo-Küste, Algarve | Ausgewogene Rundreise durch Portugal |
| 18 bis 21 Tage | Zusätzlich Douro-Tal, Serra da Estrela oder Alentejo-Inland | Langsame Reise mit mehr Natur und Wandertagen |
Eine Rundreise ab Lissabon ist oft praktischer, wenn du mit dem eigenen Wohnmobil anreist oder kein Einwegmietfahrzeug buchen möchtest. Dann würde ich Porto nicht erzwingen. Weniger Ziele mit längeren Aufenthalten fühlen sich in Portugal meist besser an als eine vollständige Landkarte voller kurzer Stopps.
Die ideale 14-Tage-Strecke von Porto bis Faro
Die folgende Planung ist bewusst nicht als strenger Fahrplan gedacht. Sie gibt eine klare Richtung vor, lässt aber Raum für Wetter, spontane Abstecher und Tage, an denen der Stellplatz einfach zu schön ist, um weiterzufahren.
| Tage | Etappe | Ungefähre Fahrleistung | Was sich lohnt |
|---|---|---|---|
| 1-2 | Porto und Vila Nova de Gaia | 20 bis 40 km | Altstadt, Douro-Ufer, Gaia, Stadtbesichtigung ohne Fahrzeug |
| 3 | Porto nach Aveiro und Coimbra | 150 km | Kanäle in Aveiro, Universität und Altstadt von Coimbra |
| 4 | Coimbra nach Nazaré oder Óbidos | 140 bis 170 km | Mittelalterliches Óbidos, Atlantikblick und Küstenlandschaft |
| 5-6 | Nazaré, Peniche und Lissabon | 150 bis 180 km | Felsküste, Surferorte, Lissabon mit Bus oder Bahn |
| 7 | Sintra und Cabo da Roca | 50 bis 80 km | Paläste, Waldlandschaft und der westlichste Punkt des europäischen Festlands |
| 8 | Lissabon nach Setúbal und Comporta | 90 bis 130 km | Arrábida-Gebirge, Strände und Reisfelder |
| 9-10 | Comporta über Porto Covo nach Vila Nova de Milfontes | 120 bis 160 km | Ruhige Atlantikküste, Fischerdörfer und kurze Wanderungen |
| 11 | Milfontes über Odeceixe nach Aljezur | 90 bis 120 km | Rota Vicentina, Dünen und wilde Strände |
| 12 | Aljezur, Arrifana und Sagres | 100 bis 130 km | Brandung, Steilküste und Sonnenuntergang am Cabo de São Vicente |
| 13 | Sagres über Lagos nach Albufeira | 100 bis 130 km | Felsbuchten, Ponta da Piedade und historische Altstadt von Lagos |
| 14 | Albufeira über Faro nach Tavira | 80 bis 110 km | Ria Formosa, Tavira und entspannter Abschluss an der Ostalgarve |
Warum die Alentejo-Küste mehr ist als ein Zwischenstopp
Zwischen Lissabon und Lagos führt die schnelle Verbindung über die A2 deutlich direkter. Für einen Roadtrip würde ich trotzdem mindestens zwei Nächte an der Alentejo-Küste einplanen. Orte wie Porto Covo, Vila Nova de Milfontes und Odeceixe wirken weniger durch einzelne Sehenswürdigkeiten als durch ihre Kombination aus Klippen, Stränden und kleinen Restaurants.
Die Straße entlang der Küste ist nicht durchgehend eine schnelle Panoramastraße. Manche Abschnitte sind schmal, kurvig oder führen durch kleinere Ortschaften. Genau das macht sie reizvoll, kostet aber Zeit. Mit einem größeren Wohnmobil plane ich deshalb höchstens 120 Kilometer pro Fahrtag.
Algarve mit Bedacht auswählen
Die Algarve ist nicht überall gleich. Lagos und Sagres stehen für dramatische Felsküsten und stärkeren Atlantik, während Tavira und die Ria Formosa ruhiger und lagunenartig wirken. Albufeira ist praktisch gelegen, aber in der Hochsaison deutlich lebhafter und stärker touristisch geprägt.
Wenn du Natur und Camping suchst, würde ich die westliche Algarve bevorzugen. Wer baden, kurze Wege und gute Infrastruktur möchte, ist an der zentralen oder östlichen Algarve besser aufgehoben. Beides in zwei Tagen abzuhaken, führt allerdings meist zu mehr Fahrerei als Erholung.
Alternativen für kürzere oder langsamere Reisen
Nicht jeder hat zwei Wochen Zeit. Eine kürzere Route sollte deshalb nicht einfach die gleiche Strecke schneller abfahren, sondern eine Region konsequent auswählen.
Sieben Tage ab Lissabon
Für eine Woche empfehle ich einen Küstenloop. Nach zwei Tagen in Lissabon geht es über Sintra und Cabo da Roca nach Setúbal. Danach folgen Comporta, Porto Covo, Vila Nova de Milfontes, Aljezur und Lagos. Von Lagos ist Lissabon über die Autobahn an einem langen Fahrtag erreichbar.
Diese Variante umfasst etwa 700 bis 900 Kilometer, je nachdem, wie viele Strände und Aussichtspunkte du anfährst. Porto würde ich bei dieser Reisedauer auslassen. Die Stadt ist großartig, liegt aber für einen entspannten Algarve-Trip in der falschen Richtung.
Die historische Estrada Nacional 2
Die EN2 verläuft laut Visit Portugal von Chaves im Norden bis Faro im Süden über rund 739 Kilometer. Sie ist eine interessante Alternative für alle, die Dörfer, Berge, Flusstäler und das portugiesische Inland kennenlernen möchten.
Die Strecke ist kein schneller Ersatz für die Autobahn. Ihr Wert liegt in den kleinen Orten, regionalen Restaurants und wechselnden Landschaften. Ich würde dafür mindestens 10 bis 14 Tage einplanen und die Route nicht mit einem klassischen Küstenurlaub kombinieren. Wer beides versucht, verbringt zu viel Zeit im Fahrzeug.
Eine langsame Nordroute
Bei drei Wochen lohnt sich der Norden mit Braga, Guimarães, dem Douro-Tal und der Serra da Estrela. Diese Route ist grüner, bergiger und im Sommer oft angenehmer als das heiße Inland südlich von Lissabon.
Gerade das Douro-Tal verlangt etwas Geduld. Die Straßen sind kurvig, viele Aussichtspunkte haben nur begrenzte Parkmöglichkeiten. Dafür bekommt man eine Landschaft, die sich deutlich von der Atlantikküste unterscheidet und nicht wie ein weiterer Strandabschnitt wirkt.
Maut, Straßen und Übernachtung mit dem Camper
Die portugiesische Maut ist der Punkt, den viele Reisende erst nach der ersten Autobahnfahrt ernst nehmen. Neben klassischen Mautstationen gibt es Strecken mit rein elektronischer Erfassung. Das Kennzeichen wird dort automatisch registriert.
Für ausländische Fahrzeuge stehen je nach Fahrzeug und Reisedauer unter anderem EasyToll, Prepaid-Angebote wie TollCard oder ein elektronisches Gerät zur Verfügung. Portugal Tolls und die jeweiligen Betreiber erklären die aktuellen Optionen. Ich würde die Registrierung direkt nach der Einreise erledigen und anschließend kontrollieren, ob das Kennzeichen korrekt hinterlegt wurde.
Die Autobahn spart Zeit, ist aber nicht immer die beste Wahl. Für die Verbindung Porto-Lissabon kann sie sinnvoll sein, während die Küstenabschnitte zwischen Lissabon und Sagres durch Landstraßen deutlich interessanter werden. Nicht jede kostenlose Strecke ist langsam, aber sie verlangt mehr Konzentration und realistische Tagesetappen.
Freies Übernachten ist nicht überall erlaubt
Nach den aktuellen Hinweisen von Visit Portugal ist das Übernachten mit Wohnmobilen in Natura-2000-Gebieten, geschützten Gebieten und Bereichen mit Küstenordnungsplan grundsätzlich verboten, sofern es keine ausdrückliche Genehmigung gibt. Außerhalb dieser Zonen kann unter bestimmten Bedingungen eine Übernachtung von maximal 48 Stunden in derselben Gemeinde möglich sein, wenn keine strengere kommunale Regel gilt.
Für mich bleibt ein offizieller Campingplatz oder ein ausgewiesener Stellplatz die bessere Lösung. Er bietet Wasser, Entsorgung, Strom und vor allem weniger Unsicherheit. In beliebten Küstenorten sind Plätze im Juli und August schnell belegt, weshalb eine Reservierung für zwei bis drei Nächte sinnvoll sein kann.
Als grobe Planung kannst du für einen einfachen Campingplatz mit 20 bis 45 Euro pro Nacht für zwei Personen und ein Fahrzeug rechnen. Ausstattung, Saison und Lage verändern den Preis deutlich. Freistehen ist daher nicht automatisch die günstigere oder angenehmere Variante.
Reisezeit, Budget und Ausrüstung richtig planen
Der Frühling und der Herbst sind für diese Route meine erste Wahl. Zwischen März und Mai sowie von September bis Oktober sind Wandern und Stadtbesichtigungen angenehmer, während die Algarve meist noch oder wieder genügend Wärme bietet. Im Hochsommer können Temperaturen im Inland deutlich über 35 Grad steigen, und an der Küste nehmen Andrang, Parkplatzsuche und Waldbrandrisiko zu.
Für zwei Personen im Camper würde ich ohne Anreise und Fahrzeugmiete grob mit 100 bis 180 Euro pro Tag kalkulieren. Darin stecken Lebensmittel, Camping, Maut, Kraftstoff und gelegentliche Restaurantbesuche. Wer häufig essen geht oder viele kostenpflichtige Attraktionen besucht, landet eher am oberen Ende.
Die Kraftstoffkosten lassen sich am besten mit einer einfachen Rechnung planen. Bei 2.000 Kilometern, 8 Litern Verbrauch und einem angenommenen Literpreis von 1,80 Euro entstehen rund 288 Euro für Diesel oder Benzin. Den aktuellen Preis solltest du kurz vor der Abfahrt einsetzen, weil er sich stärker verändert als die reine Streckenplanung.
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Was im Fahrzeug wirklich einen Unterschied macht
- Wasserkanister und Schlauch, weil nicht jeder Stellplatz dieselbe Infrastruktur bietet
- Faltbare Fahrräder für Städte und Strandorte, in denen größere Fahrzeuge unpraktisch sind
- Verdunkelung und gute Belüftung für warme Nächte
- Offline-Karten, da kleine Küstenstraßen und abgelegene Stellplätze nicht immer zuverlässig erreichbar sind
- Keile und kurze Auffahrrampe, weil viele Plätze uneben sind
- Wanderschuhe und Windschutz, denn die Atlantikküste kann selbst bei Sonnenschein kräftig windig sein
Ein häufiger Fehler ist, das Fahrzeug nur nach Innenraum und Stauraum auszuwählen. Für Portugal zählen auch Fahrzeugbreite, Wendekreis und Bodenfreiheit. Ein kompakter Camper kommt an abgelegene Strände und in historische Orte leichter heran, während ein großes Wohnmobil mehr Komfort, aber weniger spontane Optionen bietet.
So bleibt die Route flexibel, ohne ins Chaos zu kippen
Ich plane vorab nur die ersten und letzten Nächte fest. Dazwischen reserviere ich höchstens die Stationen, bei denen Lage und Saison kritisch sind. So bleibt Platz für einen zusätzlichen Wandertag, einen Regentag in Lissabon oder einen ungeplanten Abstecher ins Hinterland.
Setze außerdem nicht jeden Ort als Pflichtpunkt. Wenn die Strecke Porto, Coimbra, Nazaré, Lissabon, Sintra, Setúbal, Milfontes, Aljezur, Sagres, Lagos, Albufeira und Tavira enthält, ist bereits mehr als genug geboten. Ein ausgelassener Ort ist kein verlorener Ort, sondern oft der Grund, warum der Rest der Reise entspannter wird.
Für die Navigation nutze ich eine Kombination aus digitaler Routenplanung und gespeicherten Offline-Punkten. Besonders bei Stränden und Aussichtspunkten prüfe ich vorher Zufahrt, Höhenbegrenzung und Parkmöglichkeit. Die schönsten Fotos entstehen selten dort, wo ein großes Fahrzeug problemlos wenden kann.
Die beste Route ist die, die noch Zeit für Portugal lässt
Für eine erste Reise würde ich Porto bis Faro in 14 Tagen wählen, mit zwei Nächten an der Alentejo-Küste und mindestens drei Nächten an der Algarve. Wer nur eine Woche hat, konzentriert sich auf Lissabon, Sintra und die Westküste. Für längere Reisen bietet die EN2 oder der Norden die bessere Ergänzung als weitere Badeorte.
Mein wichtigster Rat lautet, die Tagesstrecken bewusst klein zu halten. 100 bis 150 Kilometer pro Tag reichen völlig, wenn unterwegs Aussichtspunkte, Märkte, Wanderwege und kleine Cafés Platz bekommen. Genau daraus entsteht ein Roadtrip, der nicht nur eine Linie auf der Karte ist, sondern eine Reise, an die man sich später tatsächlich erinnert.