Wer mit Wohnwagen oder Camper an die Mecklenburgische Seenplatte fährt, findet am Plauer See eine selten gute Mischung aus weitem Wasser, ruhigen Uferabschnitten und vielseitigen Naturerlebnissen. Ich zeige, was das Gewässer landschaftlich besonders macht, welche Aktivitäten sich wirklich lohnen, wo Camper aufpassen sollten und wie sich ein entspannter Aufenthalt sinnvoll planen lässt.
Die wichtigsten Fakten für einen Aufenthalt am Plauer See
- Größe: Rund 39 km² Fläche, etwa 14 bis 15 km Ausdehnung von Nord nach Süd.
- Tiefe: Im Mittel ungefähr 6,8 Meter, an der tiefsten Stelle rund 25,5 Meter.
- Natur: Das Gewässer gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000.
- Aktivitäten: Baden, Paddeln, Segeln, Radfahren, Wandern, Angeln und Beobachten von Wasservögeln.
- Beste Reisezeit: Mai bis September für Wassersport, Frühjahr und Herbst für Ruhe und Vogelbeobachtung.

Warum der Plauer See mehr ist als ein Badesee
Der Plauer See liegt im Westen der Mecklenburgischen Seenplatte und gehört mit einer Fläche von etwa 39 km² zu den größten Seen Mecklenburg-Vorpommerns. Er ist nach der Müritz und dem Schweriner See der drittgrößte See des Bundeslandes und zugleich ein wichtiger Bestandteil der eiszeitlich geprägten Seenlandschaft.
Was ich an diesem Revier besonders schätze, ist der Wechsel zwischen offenen Wasserflächen, flachen Uferzonen, Schilfgürteln und geschützten Buchten. Der See wirkt dadurch nicht überall gleich. An windstillen Tagen kann er fast mediterran erscheinen, bei westlichem Wind zeigt die große Wasserfläche allerdings deutlich, dass man nicht an einem kleinen Badeteich unterwegs ist.
Die Stadt Plau am See liegt am westlichen Ufer und ist der wichtigste Ausgangspunkt für Ausflüge. Über die Elde und die Müritz-Elde-Wasserstraße bestehen außerdem Verbindungen zum Fleesensee, Kölpinsee und zur Müritz. Das macht die Region auch für längere Bootsurlaube interessant.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
| Merkmal | Angabe | Bedeutung für Besucher |
|---|---|---|
| Wasserfläche | etwa 39 km² | Viel Platz für Wassersport, aber auch längere Distanzen |
| Nord-Süd-Ausdehnung | rund 14 bis 15 km | Für eine komplette Erkundung sollte man ausreichend Zeit einplanen |
| Durchschnittliche Tiefe | etwa 6,8 m | Viele Uferbereiche bleiben vergleichsweise flach |
| Maximale Tiefe | etwa 25,5 m | Bei Bootstouren und beim Angeln sind Wetter und Revierkenntnis wichtig |
| Uferlänge | rund 57 km | Es gibt viele unterschiedliche Perspektiven und Zugangsmöglichkeiten |
Welche Natur rund um das Gewässer zu entdecken ist
Der See ist ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Vogel- und Tierarten. Mit etwas Geduld lassen sich Fischadler, Seeadler, Eisvögel, Kraniche und Fischotter beobachten. Früh am Morgen oder in der Dämmerung sind die Chancen am besten, weil dann weniger Boote unterwegs sind und die Tiere näher an die Ufer kommen.
Besonders empfindlich ist das Nordufer zwischen Karow und Alt Schwerin. Das dortige Schutzgebiet umfasst ungefähr 631 Hektar und steht bereits seit 1960 unter Naturschutz. Neben dem See gehören kleinere Gewässer, Gehölzbereiche und ein Durchströmungsmoor zur geschützten Landschaft.
Ich würde diesen Abschnitt nicht als gewöhnliches Ausflugsziel behandeln. Wer Schilfzonen durchquert, laut am Ufer entlangfährt oder in sensiblen Bereichen ankert, kann Tiere vertreiben und Brutplätze stören. Besser ist es, Abstand zu halten, markierte Wege zu nutzen und das Fernglas einzupacken, statt möglichst nah an die Tiere heranzukommen.
Die passende Jahreszeit für Naturbeobachtungen
- Frühling: Gute Zeit für Vogelbeobachtung und frisches Grün, allerdings können Wege nach Regen weich sein.
- Sommer: Ideal zum Baden und Paddeln, aber an beliebten Badestellen deutlich lebhafter.
- Herbst: Angenehme Temperaturen zum Wandern und Radfahren sowie eindrucksvolle Kranichzüge in der weiteren Region.
- Winter: Sehr ruhig und stimmungsvoll, jedoch mit eingeschränkter Gastronomie und weniger geöffneten Freizeitangeboten.
Für mich liegt der größte Reiz deshalb nicht unbedingt in den Hochsommerwochen. Mai, Juni und September verbinden meist angenehme Temperaturen mit weniger Trubel und besseren Bedingungen für ruhige Touren.
Was sich am Wasser wirklich lohnt
Der Plauer See eignet sich für viele Aktivitäten, aber nicht jede davon passt zu jedem Uferabschnitt. An windstillen Tagen sind Kanu, Kajak und Stand-up-Paddling besonders angenehm. Wer erstmals auf dem großen Gewässer unterwegs ist, sollte zunächst eine geschützte Bucht wählen und nicht sofort eine lange Querung planen.
Baden und entspannte Tage am Ufer
Rund um den See gibt es mehrere Badestellen und Campingplätze mit Zugang zum Wasser. Die offiziellen Messstellen der Badewasserüberwachung liefern vor der Abfahrt aktuelle Informationen zur Wasserqualität. Gerade nach längeren Hitzeperioden prüfe ich diese Angaben lieber einmal zu viel, anstatt mich allein auf den optischen Eindruck des Wassers zu verlassen.
Für Familien sind flache Einstiege und bewachte oder gut zugängliche Badestellen meist wichtiger als ein besonders abgelegener Platz. Wer Ruhe sucht, sollte den frühen Vormittag nutzen, denn viele Uferbereiche füllen sich an warmen Wochenenden schnell.
Paddeln, Segeln und Motorbootfahren
Mit dem Kanu oder Kajak erlebt man die Uferstruktur besonders intensiv. Schilf, kleine Buchten und bewaldete Abschnitte wirken vom Wasser aus völlig anders als vom Land. Bei stärkerem Wind kann das offene Becken jedoch ungemütlich werden. Eine Schwimmweste, wasserdichte Gepäckverpackung und ein Ausweichplan gehören deshalb auch bei einer kurzen Tour dazu.
Segler profitieren von der Größe des Sees und den häufigen westlichen Winden. Motorboote und führerscheinfreie Mietboote sind ebenfalls verbreitet, sollten aber mit ausreichend Abstand zu Badenden, Paddlern und Naturschutzbereichen bewegt werden. In sensiblen Zonen gelten besondere Regeln für Geschwindigkeit, Ankern und Anlegen.
Angeln mit Vorbereitung
Das Gewässer ist auch für Angler interessant, unter anderem wegen Hecht, Zander, Barsch und verschiedenen Weißfischarten. Ohne passende Erlaubnisse sollte man jedoch nicht einfach loslegen. Angelkarte, Fischereischein und örtliche Regelungen können je nach Bereich und Zielfisch eine Rolle spielen.
Mein praktischer Rat lautet, nicht nur das Boot und die Rute zu planen, sondern auch die Gewässerkarte zu studieren. Der Wechsel von flachen Krautbereichen zu tieferen Zonen ist oft spannender als das wahllose Abfahren großer Wasserflächen.
Wie Camper den Aufenthalt sinnvoll planen
Für Wohnwagen und Camper ist die Region gut geeignet, weil es mehrere Campingplätze, Stellplätze und Versorgungsmöglichkeiten rund um Plau am See gibt. Die Unterschiede liegen weniger in der Landschaft als bei Wasserzugang, Sanitäranlagen, Schatten, Bootsverleih und der Entfernung zur Stadt.
| Standorttyp | Stärken | Worauf ich achten würde |
|---|---|---|
| Campingplatz direkt am Wasser | Kurze Wege zum Baden, Paddeln und Sonnenuntergang | In der Hauptsaison früh reservieren, Uferplätze können windig sein |
| Platz nahe Plau am See | Einkauf, Gastronomie und Hafen bequem erreichbar | Mehr Betrieb und weniger Rückzug als an abgelegenen Plätzen |
| Ruhiger Naturcampingplatz | Mehr Wald, Stille und Naturgefühl | Versorgung und öffentliche Verkehrsmittel vorher prüfen |
| Stellplatz ohne direkten Seezugang | Oft praktisch für eine Zwischenübernachtung | Badestelle und Ausflugsziele können mehrere Kilometer entfernt sein |
Bei der Auswahl würde ich nicht nur auf den Preis pro Nacht schauen. Ein etwas teurerer Platz mit direktem Zugang, sauberem Sanitärbereich und guter Entsorgung kann für eine Camperreise deutlich angenehmer sein als ein günstiger Stellplatz, für den man jeden Tag ins Auto steigen muss. Aktuelle Preise und Saisonzeiten sollten direkt beim jeweiligen Betreiber geprüft werden, da sie sich regelmäßig ändern.
Meine praktische Packliste
- Fahrräder oder E-Bikes für Uferwege und Einkäufe
- Fernglas und leise, unauffällige Kleidung für Naturbeobachtungen
- Wasserschuhe für steinige oder schlammige Einstiege
- Schwimmwesten für Kinder und beim Paddeln
- Insektenschutz, Sonnenschutz und eine winddichte Jacke
- Wasserdichte Taschen für Handy, Dokumente und Kleidung
- Offline-Karte, da die Netzabdeckung im Uferbereich nicht überall gleich gut ist
Ein häufiger Fehler ist, den Wind am See zu unterschätzen. Selbst wenn am Campingplatz kaum Luftbewegung spürbar ist, kann es auf der offenen Wasserfläche deutlich stärker blasen. Ich plane deshalb bei jeder Bootstour eine kürzere Variante ein und starte möglichst früh.
Welche Touren an Land besonders gut funktionieren
Wer nicht jeden Tag aufs Wasser möchte, findet rund um den See ein abwechslungsreiches Wegenetz. Der Plauer Stadtwald bietet schattige Spaziergänge, während Radwege den See, die umliegenden Dörfer und weitere Gewässer der Seenplatte miteinander verbinden. Für eine komplette Umrundung sollte man keinen straffen Zeitplan ansetzen, weil Wegbeschaffenheit, Pausen und Abstecher die tatsächliche Dauer stark beeinflussen.
Für einen halben Tag
Eine kurze Tour durch Plau am See lässt sich gut mit einem Spaziergang am Wasser und einem Abstecher zum Hafen verbinden. Das ist die beste Variante für Anreisetage oder Familien, die nicht sofort eine lange Strecke fahren möchten.
Für einen ganzen Tag
Mit dem Fahrrad lohnt sich eine längere Etappe entlang des Seeufers und durch die angrenzenden Wald- und Feldlandschaften. Ich würde mindestens 4 bis 6 Stunden inklusive Pausen einplanen, statt nur die reine Fahrzeit zu kalkulieren. Badestellen, Aussichtspunkte und kleine Orte machen den Reiz aus, nicht das möglichst schnelle Zurücklegen der Strecke.
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Für zwei oder mehr Tage
Wer mehrere Tage bleibt, kann den See mit Ausflügen nach Malchow, Alt Schwerin oder in die umliegenden Naturgebiete verbinden. Dadurch entsteht eine gute Mischung aus Wasser, Wald, regionaler Geschichte und kleinen Ortszentren. Ein E-Bike ist bei Gegenwind und längeren Etappen angenehm, aber kein Muss, wenn man die Tagesstrecken realistisch plant.
Für Familien und Caravanreisende finde ich diese Kombination überzeugender als ein dicht gepacktes Ausflugsprogramm. Ein Tag auf dem Wasser, ein Tag mit dem Fahrrad und ein ruhiger Abend am Stellplatz reichen oft völlig aus, um die Landschaft wirklich wahrzunehmen.
Naturschutz und Sicherheit gehören zum Erlebnis
Der See ist ein empfindlicher Naturraum und zugleich ein intensiv genutztes Freizeitgebiet. Diese beiden Seiten funktionieren nur miteinander, wenn Besucher Rücksicht nehmen. In Schutzbereichen sollten Boote die markierten Routen einhalten, Ufer nicht unnötig betreten und Tiere nicht durch Lärm oder schnelle Annäherung aufscheuchen.
- Kein wildes Campen: Übernachten sollte nur auf zugelassenen Camping- und Stellplätzen erfolgen.
- Abstand zu Schilf und Brutplätzen: Besonders im Frühjahr sind diese Bereiche empfindlich.
- Feuer nur an erlaubten Stellen: Trockenheit und Waldbrandgefahr können Regeln kurzfristig verschärfen.
- Müll wieder mitnehmen: Auch organische Abfälle gehören nicht in die Natur.
- Wetter beobachten: Wind, Gewitter und Wellengang sind auf dem großen See ernst zu nehmen.
- Baderegeln beachten: Nicht in der Nähe von Bootsrouten oder unübersichtlichen Uferstellen schwimmen.
Gerade die scheinbar abgelegenen Buchten sind nicht automatisch frei zugänglich. Eigentumsverhältnisse, Schutzgebiete und lokale Befahrensregeln können den Zugang begrenzen. Vor einer Tour prüfe ich deshalb die aktuelle Beschilderung vor Ort und verlasse mich nicht ausschließlich auf eine alte Online-Karte.
So wird aus dem Seeurlaub eine runde Naturreise
Der Plauer See passt besonders gut zu Reisenden, die Wasseraktivitäten mit Camping, Radfahren und Naturbeobachtung verbinden möchten. Sein größter Vorteil ist die Vielfalt auf engem Raum. Gleichzeitig verlangen die Größe des Gewässers, wechselhaftes Wetter und geschützte Ufer etwas mehr Planung als ein gewöhnlicher Badetag.
Meine Empfehlung für einen ersten Aufenthalt sind mindestens drei Nächte. So bleibt genug Zeit für eine Wasseraktivität, eine Radtour und einen ruhigen Naturtag, ohne dass der Urlaub in ständiges Packen und Weiterfahren ausartet.
Wer morgens früh startet, lokale Regeln respektiert und nicht jede freie Minute verplant, erlebt die Landschaft am intensivsten. Dann zeigt sich der Plauer See nicht nur als beliebtes Urlaubsziel, sondern als weitläufiger, lebendiger Naturraum, an dem man auch mit Caravan und wenig Aufwand wirklich abschalten kann.