Eine Kroatien-Rundreise in 10 Tagen kann Natur, historische Städte und Adriaküste verbinden, ohne dass jeder Urlaubstag nur aus Autofahren besteht. Ich zeige eine realistische Route von Zagreb bis Dubrovnik, passende Übernachtungsorte, Fahrzeiten, Kosten und die Anpassungen, die für Mietwagen, eigenes Auto oder Camper sinnvoll sind.
Diese Route bringt Kroatiens stärkste Kontraste zusammen
- 10 Tage von Zagreb über Plitvicer Seen, Zadar und Split bis Dubrovnik
- Rund 650 Kilometer Fahrstrecke im Land, verteilt auf gut machbare Etappen
- Plitvice als Naturhöhepunkt, Dalmatien als Schwerpunkt für Küste und Städte
- Einweg-Mietwagen ist für diese Strecke deutlich sinnvoller als eine Rückfahrt mit dem eigenen Fahrzeug
- Mai, Juni und September bieten meist das beste Verhältnis aus Wetter, Preisen und Besucherzahlen
Die Route, die in zehn Tagen wirklich aufgeht
Die sinnvollste Variante ist keine klassische Rundstrecke, sondern eine Nord-Süd-Route mit Start in Zagreb und Ende in Dubrovnik. Dadurch vermeidest du doppelte Strecken und kannst die schönsten Landschaften Kroatiens in eine Richtung erleben.
| Tag | Etappe | Übernachtung | Fahrzeit ohne Stopps |
|---|---|---|---|
| 1 | Ankunft und Altstadt von Zagreb | Zagreb | - |
| 2 | Zagreb nach Plitvice | Plitvice oder Slunj | etwa 2 Stunden |
| 3 | Plitvicer Seen nach Zadar | Zadar oder Nin | etwa 1 Stunde 45 Minuten |
| 4 | Zadar nach Šibenik mit Abstecher nach Skradin | Šibenik oder Skradin | etwa 1 Stunde 30 Minuten |
| 5 | Šibenik nach Split, optional über Trogir | Split oder Trogir | etwa 1 Stunde 30 Minuten |
| 6 | Split ohne Ortswechsel | Split oder Trogir | - |
| 7 | Split über Omiš nach Makarska | Makarska | etwa 1 Stunde 30 Minuten |
| 8 | Makarska über die Pelješac-Brücke nach Dubrovnik | Dubrovnik | etwa 2 Stunden 45 Minuten |
| 9 | Dubrovnik und Umgebung | Dubrovnik | - |
| 10 | Abreise ab Dubrovnik | - | abhängig vom Rückflug |
Die Fahrzeiten sind normale Richtwerte. An Sommerwochenenden, bei Baustellen oder rund um Split können aus zwei Stunden schnell 30 bis 60 Minuten mehr werden. Ich plane deshalb Besichtigungen nie so knapp, dass ein verspäteter Start sofort den ganzen Tag zerstört.

Der Reiseplan von Zagreb bis Dubrovnik
Tage 1 und 2 zwischen Hauptstadt und Wasserfällen
Zagreb eignet sich als Auftakt, wenn du mit dem Flugzeug anreist oder den Mietwagen dort übernimmst. Für die Oberstadt, den Dolac-Markt und ein entspanntes Abendessen reichen ein voller Tag und eine Übernachtung. Mehr Zeit würde ich auf dieser Route nur einplanen, wenn dich Museen und Stadtleben besonders interessieren.
Am zweiten Tag geht es nach Plitvice. Wer früh startet, kann am Nachmittag noch einen kurzen Spaziergang bei Slunj und den Rastoke-Wasserfällen einlegen. Für den Nationalpark solltest du mindestens vier bis sechs Stunden reservieren. Die Eintrittskarte umfasst auch die Fahrt mit Elektroboot und Panoramafahrzeug, die Wege selbst bleiben aber teilweise anspruchsvoller, als viele Bilder vermuten lassen.
Tage 3 und 4 an der nördlichen Adriaküste
Von Plitvice führt die Strecke nach Zadar. Die Stadt ist kompakter und entspannter als Split, besonders am frühen Abend. Die Meeresorgel und der Sonnenuntergang sind bekannte Anlaufpunkte, aber der eigentliche Vorteil liegt im überschaubaren Zentrum, das sich gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt verbinden lässt.
Am nächsten Tag kannst du über die Küstenstraße oder zügig über die Autobahn nach Šibenik fahren. Ein Abstecher nach Skradin und in den Nationalpark Krka passt gut in diesen Abschnitt. Ich würde hier nicht versuchen, zusätzlich noch die Kornaten per Boot und mehrere Strände mitzunehmen. Ein Naturerlebnis pro Tag sorgt für deutlich mehr Ruhe und weniger Zeitdruck.
Tage 5 und 6 rund um Split
Auf dem Weg nach Split lohnt sich Trogir, sofern du dort einen Parkplatz außerhalb der Altstadt findest. Split selbst verdient mindestens eine volle Nacht ohne Weiterfahrt. Der Diokletianpalast ist kein abgeschlossenes Museumsareal, sondern Teil der bewohnten Altstadt. Genau das macht den Besuch am Abend besonders stimmungsvoll.
Mit dem Camperwürde ich nicht versuchen, direkt im historischen Zentrum zu stehen. Ein Campingplatz in Trogir oder am Stadtrand ist meist praktischer. Von dort erreichst du Split mit Bus, Taxi oder einer kurzen Fahrt und sparst dir die Parkplatzsuche in engen Altstadtgassen.
Tage 7 bis 10 zwischen Makarska und Dubrovnik
Die Strecke über Omiš nach Makarska ist landschaftlich einer der schönsten Abschnitte. Omiš liegt zwischen Meer und Bergen und eignet sich für einen kurzen Stadtbummel oder eine Kajak- und Rafting-Tour auf der Cetina. Makarska bietet sich danach als Übernachtungsort an, wenn du noch baden möchtest.
Von Makarska geht es über die Pelješac-Brücke weiter nach Dubrovnik. Dadurch lässt sich die frühere Durchfahrt durch Bosnien und Herzegowina vermeiden. In Dubrovnik solltest du das Fahrzeug stehen lassen und die Altstadt zu Fuß erkunden. Die Stadtmauer früh am Morgen ist deutlich angenehmer als ein Besuch in der Mittagshitze.
Wenn du einen zusätzlichen Strandtag möchtest, kannst du den achten Tag auf der Halbinsel Pelješac unterbrechen. Dafür würde ich allerdings eine Nacht in Zadar oder Šibenik streichen, nicht die Zeit in Dubrovnik. Die südliche Küste ist der Abschnitt, für den viele Reisende im Nachhinein gern mehr Luft gehabt hätten.
So bleibt der Roadtrip mit Auto oder Camper entspannt
Mietwagen oder eigenes Fahrzeug
Für die beschriebene Strecke ist ein Einweg-Mietwagen von Zagreb nach Dubrovnik die bequemste Lösung. Eine Rückgabegebühr kann anfallen, trotzdem ist sie oft günstiger als zwei zusätzliche Fahrtage und eine Rückfahrt von Dubrovnik nach Deutschland.
Mit dem eigenen Auto oder Wohnmobil funktioniert die Route nur dann gut, wenn die zehn Tage reine Zeit in Kroatien bedeuten. Reist du ab Deutschland an und musst zurückfahren, solltest du mindestens zwei Tage für die An- und Abreise abziehen. In diesem Fall würde ich Dubrovnik weglassen und mich auf Zagreb, Plitvice, Zadar, Šibenik und Split konzentrieren.
Maut, Parken und Straßen
Kroatien nutzt auf den Autobahnen keine klassische Vignette, sondern ein entfernungsabhängiges Mautsystem. Die kroatische Autobahngesellschaft HAC berechnet den Betrag nach Strecke und Fahrzeugkategorie. Für die beschriebene Strecke solltest du mit einem normalen Pkw grob 35 bis 60 Euro Maut pro Richtung rechnen, beim Camper oder Gespann kann es mehr sein.
In den Altstädten sind Parkplätze knapp und in der Hauptsaison teuer. Plane für zentrale Parkhäuser oder bewachte Stellflächen ungefähr 10 bis 30 Euro pro Tag ein. Bei einem Wohnmobil würde ich grundsätzlich außerhalb der Zentren übernachten und mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren.
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Camping ohne unnötige Ortswechsel
Freies Übernachten außerhalb ausgewiesener Campingplätze ist in Kroatien keine verlässliche Option und kann als Wildcamping geahndet werden. Für eine zehntägige Reise reichen vier bis fünf Campingplätze, wenn du nicht jeden Abend neu packen möchtest.
- Plitvice oder Slunj für den Nationalpark
- Zadar oder Nin für zwei Nächte an der nördlichen Küste
- Šibenik oder Skradin für Krka und die Altstadt
- Trogir oder Split für zwei Nächte
- Makarska oder Dubrovnik für den südlichen Abschnitt
In Juli und August würde ich Campingplätze an der Küste mehrere Wochen im Voraus reservieren. Im Mai, Juni und September bleibt die Planung oft flexibler. Inseln würde ich nur ergänzen, wenn du mindestens zwei zusätzliche Nächte hast. Fährzeiten und Fahrzeugplätze, etwa bei Verbindungen der Jadrolinija, können den Tagesablauf sonst stärker bestimmen als die eigentliche Autofahrt.
Budget, Reisezeit und wichtige Buchungen
Die folgenden Werte sind realistische Planungsgrößen für zwei Personen und neun Übernachtungen vor Ort. Anreise aus Deutschland, Mietwagen und Flug sind nicht enthalten. In der Hauptsaison können besonders Unterkünfte und Campingplätze deutlich teurer sein.
| Posten | Camping und eigenes Auto | Unterkunft im Doppelzimmer |
|---|---|---|
| Kraftstoff im Land | etwa 80 bis 130 Euro | etwa 80 bis 130 Euro |
| Maut und Parken | etwa 100 bis 220 Euro | etwa 100 bis 220 Euro |
| Campingplätze | etwa 450 bis 900 Euro | - |
| Hotels oder Apartments | - | etwa 900 bis 1.800 Euro |
| Verpflegung | etwa 500 bis 900 Euro | etwa 500 bis 900 Euro |
| Eintritte und optionale Fähren | etwa 100 bis 250 Euro | etwa 100 bis 250 Euro |
Für Plitvice kostet eine Tageskarte für Erwachsene 2026 in der Hauptsaison 40 Euro bis 16 Uhr und 25 Euro danach. In der Vor- und Nachsaison liegt der reguläre Preis bei 23 Euro. Die verfügbaren Eintrittszeiten sind begrenzt, deshalb würde ich das Ticket online kaufen und den Besuch nicht spontan auf einen ohnehin langen Fahrtag legen.
Meine bevorzugte Reisezeit ist der September. Das Meer ist häufig noch warm, die Hitze ist erträglicher und die Straßen sind meist entspannter als im Hochsommer. Wer wandern und möglichst wenig bezahlen möchte, fährt im Mai oder Anfang Juni. Juli und August funktionieren natürlich ebenfalls, verlangen aber mehr Vorausplanung und Geduld.
Welche Variante zu deinem Reisestil passt
| Reisestil | Beste Anpassung | Worauf du verzichten solltest |
|---|---|---|
| Erste Kroatienreise mit Mietwagen | Zagreb bis Dubrovnik wie beschrieben | Zu viele Inselabstecher |
| Eigenes Auto ab Deutschland | Nord- und Mitteldalmatien mit Rückfahrt über Zagreb | Dubrovnik bei nur zehn Gesamttagen |
| Wohnmobil oder Caravan | Vier feste Standorte und Tagesausflüge | Übernachtungen in Altstadtzentren |
| Strandurlaub mit etwas Kultur | Split, Makarska und Dubrovnik mit zwei längeren Aufenthalten | Zagreb und tägliche Ortswechsel |
| Natur und Wandern | Plitvice, Krka, Paklenica und weniger Städte | Die komplette Südküste in zehn Tagen |
Für einen Caravan würde ich die Route sogar leicht kürzen. Zagreb kann als Durchreisestopp genügen, während zwei Nächte bei Zadar und zwei Nächte bei Split mehr Erholung bringen. Ein perfekter Roadtrip besteht nicht darin, möglichst viele Stecknadeln auf der Karte abzuhaken, sondern darin, nach einer kurvigen Küstenetappe noch Energie für den Abend zu haben.
Der wichtigste Kniff für deine zehn Tage
Plane zuerst die Einweglogistik und erst danach die Sehenswürdigkeiten. Wenn Rückgabeort, Rückfahrt oder Campingplatz nicht zur Route passen, verliert der Urlaub schnell einen ganzen Tag an unnötige Kilometer.
Meine klare Empfehlung lautet deshalb: Mit Mietwagen und Flug die komplette Strecke bis Dubrovnik fahren, mit eigenem Fahrzeug den Schwerpunkt auf Plitvice bis Split legen und mit dem Camper weniger Standorte wählen. So bleibt genug Zeit für Badestopps, lokale Küche und die kleinen Abzweige, die aus einer Fahrstrecke eine echte Kroatienreise machen.