Island-Roadtrip planen - Route, Kosten und wichtige Tipps

Ewald Stahl .

25. Oktober 2026

Karte der Ringstraße Islands mit 12 Stationen, ideal für einen island roadtrip.

Endlose Lavafelder, Wasserfälle direkt an der Straße und ein Wetter, das innerhalb weniger Minuten umschlagen kann: Ein island roadtrip durch Island ist eindrucksvoll, verlangt aber eine realistische Planung. Ich zeige dir eine praxistaugliche Route entlang der Ringstraße, sinnvolle Etappen für 10 bis 14 Tage, die passende Fahrzeugwahl sowie die wichtigsten Regeln für Kosten, Wetter und Sicherheit.

Mit diesen Entscheidungen wird die Island-Rundreise entspannt

  • 1.322 Kilometer misst die Ringstraße rund um Island.
  • Für die komplette Runde plane ich mindestens 10 Tage, besser sind 14 Tage.
  • Die schönsten Etappen liegen an der Südküste, in den Ostfjorden und rund um Mývatn.
  • Für die Ringstraße reicht meist ein normaler Mietwagen; F-Straßen verlangen ein geeignetes 4x4-Fahrzeug.
  • Wetter- und Straßenlage müssen vor jeder Tagesetappe geprüft werden.

Die Ringstraße ist das Rückgrat der Reise

Die Route 1, meist Ring Road genannt, führt auf rund 1.322 Kilometern einmal um die Insel. Sie verbindet Reykjavík, die Südküste, die Ostfjorde, den Norden und den Westen. Nach meiner Erfahrung ist sie die beste Grundlage für eine erste Island-Rundreise, weil viele große Naturhighlights ohne komplizierte Offroad-Planung erreichbar sind.

Rein rechnerisch lässt sich die Strecke in sieben Tagen bewältigen. Das bedeutet jedoch täglich viele Stunden im Auto und kaum Spielraum für schlechtes Wetter. Ich halte 10 Tage für die absolute Untergrenze und empfehle 14 Tage, wenn Gletscherlagunen, Wanderungen und kleinere Abstecher dazugehören sollen.

Im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn

Beide Richtungen funktionieren. Gegen den Uhrzeigersinn erreichst du die spektakuläre Südküste früh und hast die bekanntesten Wasserfälle sowie die Gletscherlagune Jökulsárlón gleich zu Beginn. Im Uhrzeigersinn startest du ruhiger über West- und Nordisland und hebst die Südküste für das Ende auf.

Ich würde die Richtung nicht nach einer starren Regel wählen, sondern nach der Wetterprognose der ersten Tage. Der Vorteil eines Mietwagens liegt gerade darin, dass du die Route bei Sturm, Nebel oder gesperrten Pässen anpassen kannst.

Meine 14-Tage-Route mit sinnvollen Etappen

Die folgende Planung verbindet die Ringstraße mit ausgewählten Abstechern, ohne jeden Tag in eine reine Fahrstrecke zu verwandeln. Die Übernachtungsorte sind als Orientierung gedacht. Je nach Unterkunftspreis und Verfügbarkeit kannst du sie um wenige Kilometer verschieben.

Tag Strecke und Übernachtung Höhepunkte
1 Reykjavík oder Reykjanes Ankommen, Reykjavík, Küste und geothermische Landschaften
2 Reykjavík nach Hella oder Selfoss Þingvellir, Geysir und Gullfoss
3 Hella nach Vík Seljalandsfoss, Skógafoss, schwarze Strände bei Reynisfjara
4 Vík nach Höfn Skaftafell, Gletscherzungen und Jökulsárlón
5 Zusatznacht bei Höfn Gletscherwanderung, Diamond Beach oder ruhige Küstenwanderung
6 Höfn in die Ostfjorde Djúpivogur, kleine Fischerdörfer und Fjordstraßen
7 Ostfjorde nach Egilsstaðir Kurvenreiche Küste, Wasserfälle und regionale Schwimmbäder
8 Egilsstaðir nach Mývatn Hochlandlandschaft, Námafjall und die Thermalfelder bei Mývatn
9 Rund um Mývatn Vulkankrater, Lavafelder und je nach Straßenlage Dettifoss
10 Mývatn nach Akureyri Goðafoss und Akureyri
11 Akureyri nach Borgarnes Nordküste, Fjordlandschaften und flexible Zwischenstopps
12 Borgarnes auf die Snæfellsnes-Halbinsel Kirkjufell, schwarze Küsten und Fischerdörfer
13 Snæfellsnes nach Reykjavík Hvalfjörður oder zusätzlicher Stadt- und Puffertag
14 Reykjavík und Abreise Je nach Flugzeit Reykjavík oder Reykjanes

Die Südküste ist landschaftlich besonders dicht gepackt. Genau deshalb würde ich dort nicht zu viele Sehenswürdigkeiten an einem Tag stapeln. Eine Zusatznacht bei Höfn macht einen großen Unterschied, weil du die Gletscherlagune früh oder spät am Tag besuchen kannst, wenn weniger Reisegruppen unterwegs sind.

Wenn du eine kürzere Reise planst, streiche Snæfellsnes und die zweite Nacht bei Höfn. In zehn Tagen bleibt die Runde dann machbar, aber du solltest mit 150 bis 250 Kilometern pro Fahrtag rechnen. Eine längere Etappenplanung mit vielen Stopps wird schnell anstrengender, als es die Karte vermuten lässt.

Wer verschiedene Rundreise-Konzepte vergleichen möchte, findet bei der Rundreise durch Kroatien ein gutes Beispiel dafür, wie sich Sehenswürdigkeiten und Übernachtungen über mehrere Tage verteilen lassen. Island verlangt wegen Wetter und Entfernungen allerdings deutlich mehr Flexibilität.

Reisezeit und Fahrzeug entscheiden über den Komfort

Sommer zwischen Juni und August

Im Sommer sind die Tage sehr lang, viele Nebenstraßen geöffnet und Wanderungen leichter planbar. Dafür steigen Nachfrage und Übernachtungspreise deutlich. Wer im Camper unterwegs ist, sollte Stellplätze nicht als völlig spontane Notlösung betrachten, sondern die Regeln für Campingplätze und Übernachtungen genau prüfen.

Für eine erste Rundreise halte ich den Sommer für die einfachste Reisezeit. Das heißt nicht, dass das Wetter zuverlässig ist. Wind, Regen und Nebel können auch im Juli eine geplante Wanderung verhindern.

Herbst, Winter und Frühling

Von September bis Mai sind Nordlichter möglich, gleichzeitig können Schnee, Eis und kurze Tage die Route stark verändern. Pässe wie Holtavörðuheiði, Öxnadalsheiði oder Möðrudalsöræfi reagieren empfindlich auf Sturm und Schneefall.

In dieser Zeit plane ich grundsätzlich einen Puffertag ein und buche Unterkünfte mit flexiblen Bedingungen. Eine Winterrunde sollte nicht dieselbe Tagesplanung haben wie eine Sommerreise.

Mietwagen oder Campervan

Option Passt gut für Wichtiger Kompromiss
Kompakter Mietwagen Ringstraße, Golden Circle und Hauptziele Weniger Platz und keine F-Straßen
4x4-Mietwagen Zusätzliche Schotterstrecken und abgelegenere Ziele Höhere Miet- und Versicherungskosten
Campervan Flexible Reise mit Campingplätzen Wind, Kälte und begrenzter Stauraum
Wohnmobil Mehr Komfort bei längeren Reisen Wendigkeit und Verbrauch leiden auf engen Straßen

Für die normale Ringstraße ist im Sommer kein 4x4 zwingend erforderlich. Anders sieht es bei den F-Straßen im Hochland aus. Dort gibt es unbefestigte Passagen, enge Furten und wechselnde Untergründe. Ein Allradantrieb allein reicht nicht automatisch, weil Bodenfreiheit, Fahrzeuggröße und Versicherung ebenfalls eine Rolle spielen.

Eine Stadtverlängerung in Reykjavík würde ich ähnlich großzügig planen wie eine erste Reise nach Florenz. Ein voller Tag ohne Fahrzeugstress ist kein verschenkter Tag, sondern ein sinnvoller Ausgleich zur langen Strecke und zum wechselhaften Wetter.

So fährst du sicher durch Island

Die Straßen wirken auf Fotos oft leer und unkompliziert. In der Praxis wechseln Asphalt, Schotter, einspurige Brücken und enge Kurven manchmal innerhalb weniger Kilometer. Auf asphaltierten Landstraßen gilt normalerweise ein Limit von 90 km/h, auf Schotterstraßen 80 km/h und innerorts 50 km/h. Die tatsächliche Geschwindigkeit muss aber immer zu Sicht, Wind und Fahrbahn passen.

Wetter und Straßenlage täglich prüfen

Vor jeder Etappe prüfe ich Wetter, Wind, Straßenzustand und mögliche Sperrungen. Navigationsapps sind hilfreich, aber sie erkennen kurzfristige Schließungen nicht immer zuverlässig. Bei starkem Seitenwind sollte man besonders mit Campervans und höheren Fahrzeugen vorsichtig sein.

Die offiziellen Warnsysteme von Safetravel und die isländische Straßeninformation gehören deshalb zur täglichen Reiseplanung. Wenn eine Straße als geschlossen markiert ist, bedeutet das nicht „vorsichtig befahrbar“, sondern geschlossen.

Lesen Sie auch: Oman-Roadtrip mit Mietwagen - Route, Tipps und Sicherheit

F-Straßen und Flussquerungen

F-Straßen sind in der Regel außerhalb der Sommersaison gesperrt, oft von Mitte September bis Juni oder Juli. Die Öffnung hängt von Schnee, Boden und Wasserständen ab. Auch bei geöffneter Strecke kann eine Furt gefährlich oder für das gemietete Fahrzeug ungeeignet sein.

  • Niemals eine unklare Furt erzwingen.
  • Vorher prüfen, ob das Fahrzeug für die konkrete Strecke zugelassen ist.
  • Langsam fahren und niemals außerhalb markierter Wege fahren.
  • Bei Unsicherheit umdrehen oder auf eine geführte Tour ausweichen.

Weitere einfache Regeln werden leicht unterschätzt. Abblendlicht muss auch tagsüber eingeschaltet sein, Sicherheitsgurte gelten für alle Personen im Fahrzeug und die Alkoholgrenze liegt bei 0,2 Promille. Bei einspurigen Brücken hat grundsätzlich das näher an der Brücke befindliche Fahrzeug Vorrang, trotzdem solltest du frühzeitig abbremsen und den Gegenverkehr beobachten.

Was die Reise kostet und wo du sparen kannst

Island gehört nicht zu den günstigen Reisezielen. Für zwei Personen würde ich bei einer 14-tägigen Reise grob mit 3.000 bis 5.500 Euro ohne Flüge rechnen. Mietwagen, Unterkunft und Reisezeit sorgen für die größten Schwankungen. Ein Camper ist nicht automatisch günstiger, sobald Mietpreis, Campinggebühren, Kraftstoff und Verpflegung zusammengerechnet werden.

Kostenbereich Grobe Planung für zwei Personen Was den Preis beeinflusst
Mietwagen oder Camper etwa 900 bis 2.500 Euro Saison, Fahrzeugklasse und Versicherungen
Unterkünfte etwa 1.200 bis 2.500 Euro Zimmerstandard, Lage und Buchungszeitpunkt
Kraftstoff etwa 300 bis 500 Euro Fahrzeug, Umwege und Kraftstoffpreise
Verpflegung etwa 500 bis 1.000 Euro Restaurantbesuche oder Selbstversorgung

Die Zahlen sind Planungswerte, keine festen Preise. Am meisten spart, wer Unterkünfte früh bucht, einige Mahlzeiten selbst zubereitet und kostenfreie Naturerlebnisse priorisiert. Wasserfälle, Aussichtspunkte und viele Wanderwege kosten nichts, während Bootstouren, Bäder und Gletscheraktivitäten das Budget schnell erhöhen.

Der häufigste Fehler ist ein überfüllter Reiseplan. Wer morgens drei Aussichtspunkte, mittags eine Wanderung und abends noch eine lange Weiterfahrt einplant, erlebt Island hauptsächlich durch die Windschutzscheibe. Ich würde pro Tag ein großes Ziel und zwei kleinere Stopps festlegen und den Rest offenlassen.

Die beste Island-Runde lässt Platz für Wetter und Zufälle

Eine gelungene Rundreise besteht nicht darin, jeden Kilometer der Ringstraße abzuhaken. Sie funktioniert, wenn du die großen Landschaftsräume mit ausreichend Zeit verbindest und akzeptierst, dass Island gelegentlich den Tagesplan ändert.

Meine Empfehlung lautet deshalb klar: 14 Tage, eine flexible Unterkunftsplanung und kein unnötiger Abstecher ins Hochland, wenn du noch keine Erfahrung mit F-Straßen hast. So bleibt Raum für spontane Pausen, kurze Wanderungen und jene Momente, wegen denen ein Roadtrip durch Island mehr ist als eine reine Rundfahrt.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Für die komplette Ringstraße sind 10 Tage die absolute Untergrenze. Empfehlenswert sind 14 Tage, weil dann Zeit für Gletscherlagunen, Wanderungen, Abstecher und einen Puffertag bei wechselhaftem Wetter bleibt.
Für die normale Ringstraße reicht im Sommer meist ein kompakter Mietwagen. Ein 4x4-Fahrzeug wird relevant, wenn du F-Straßen oder abgelegenere Schotterstrecken fahren möchtest. Für F-Straßen zählen außerdem Bodenfreiheit, Fahrzeuggröße und Versicherung.
Ohne Flüge solltest du grob 3.000 bis 5.500 Euro einplanen. Die größten Kostenblöcke sind Mietwagen oder Camper, Unterkünfte, Kraftstoff und Verpflegung. Früh gebuchte Unterkünfte und selbst zubereitete Mahlzeiten können das Budget entlasten.
Prüfe vor jeder Etappe Wetter, Wind, Straßenzustand und Sperrungen über die offiziellen Informationen von Safetravel und der isländischen Straßeninformation. Bei F-Straßen darfst du unklare Furten niemals erzwingen und musst prüfen, ob dein Fahrzeug für die Strecke zugelassen ist. Auf Landstraßen gilt normalerweise 90 km/h, die Geschwindigkeit muss aber immer an Sicht, Wind und Fahrbahn angepasst werden.
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Autor Ewald Stahl
Ewald Stahl
Mein Name ist Ewald Stahl und seit nunmehr 9 Jahren lebe ich meine Leidenschaft für Roadtrips, Camping und Outdoor-Abenteuer. Diese Seite, siemon-caravan.de, ist mein Ort, um all die Erfahrungen, Tipps und Entdeckungen zu teilen, die ich auf meinen Reisen gesammelt habe. Mich fasziniert die Freiheit, die ein Wohnmobil bietet, die Möglichkeit, spontan neue Orte zu erkunden und die Natur in all ihren Facetten zu erleben. Ich lege Wert darauf, meine Informationen sorgfältig zu recherchieren und verständlich aufzubereiten, damit auch du deine eigenen unvergesslichen Abenteuer planen kannst. Hier findest du praktische Ratschläge, Routenvorschläge und alles, was das Herz eines jeden Outdoor-Enthusiasten höherschlagen lässt.
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