Wenn in Deutschland Nässe, kurze Tage und frühe Dunkelheit aufs Gemüt schlagen, stellt sich schnell die Frage, wohin im Dezember die Reise gehen kann. Ich vergleiche milde Ziele für Wintersonne mit echten Winterregionen und zeige, worauf es bei Wetter, Anreise, Camping und Roadtrip mit dem Wohnmobil wirklich ankommt.
Diese Reiseziele machen den Dezember planbar
- Kanaren bieten mit etwa 20 bis 24 °C am Tag die besten Chancen auf Sonne.
- Madeira passt besser zu Wanderern als zu klassischen Badeurlaubern.
- Andalusien und Algarve eignen sich besonders für einen europäischen Roadtrip.
- Deutschland und die Alpen sind ideal für Weihnachtsmärkte, Schnee und kurze Anfahrten.
- Beim Camping zählen im Dezember vor allem Heizung, Wasser- und Frostschutz.

Die beste Richtung hängt vom gewünschten Dezember ab
Ich würde die Entscheidung nicht allein von der Temperatur abhängig machen. Im Dezember geht es zuerst darum, ob du Sonne, Natur, Weihnachtsstimmung oder Schnee suchst. Erst danach entscheidet sich, ob ein Flug, eine lange Autofahrt oder eine kurze Wohnmobilreise sinnvoll ist.
| Reiseziel | Typisches Wetter | Passt besonders zu | Mit Camper |
|---|---|---|---|
| Kanaren | Etwa 20 bis 24 °C an der Küste | Wintersonne, Wandern, entspannte Tage | Gut vor Ort, Anreise per Fähre aufwendig |
| Madeira | Mild, wechselhaft, ungefähr 15 bis 22 °C | Wandern, Landschaft, Naturerlebnisse | Gut, aber kurvenreiche Straßen |
| Andalusien | Meist 15 bis 20 °C an der Küste | Roadtrip, Kultur, Camping | Sehr gut geeignet |
| Algarve | Mild, windig, ungefähr 15 bis 19 °C | Küste, Klippen, ruhige Stellplätze | Sehr gut, besonders außerhalb der Ferien |
| Alpen | Kalt, in höheren Lagen winterlich | Skifahren, Schnee, Hüttenurlaub | Nur mit Winterausrüstung |
Die Temperaturangaben sind Orientierungswerte für die Küstenregionen. Schon wenige Kilometer landeinwärts oder einige hundert Höhenmeter verändern das Wetter deutlich. Wer im Dezember mit verlässlicher Wärme rechnet, sollte deshalb immer zwischen Küste, Gebirge und Inselinnerem unterscheiden.
Kanaren bieten die verlässlichste Wintersonne
Für mich sind die Kanaren die naheliegendste Antwort, wenn der Winter möglichst weit aus dem Alltag verschwinden soll. Auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote liegen die Tageswerte an den Küsten oft bei 20 bis 24 °C. Abends kann es mit 15 bis 18 °C jedoch frisch werden, besonders bei Wind.
Teneriffa und Gran Canaria
Die Südseiten von Teneriffa und Gran Canaria sind im Dezember meist die sicherste Wahl für Sonnenhungrige. Dort findest du eine gute Infrastruktur, viele Ausflugsziele und zahlreiche Campingmöglichkeiten. Der Norden ist grüner und landschaftlich reizvoller, aber häufig wolkiger und feuchter.
Teneriffa eignet sich für eine Mischung aus Küste, Vulkanlandschaft und Wanderungen im Teide-Nationalpark. Gran Canaria bietet dagegen auf kleinem Raum Strände, Berge und kurvenreiche Panoramastraßen. Ich würde für einen ersten Besuch mindestens sieben bis zehn Tage einplanen, damit die Insel nicht nur aus einem Stellplatz und einer Strandpromenade besteht.
Fuerteventura und Lanzarote
Fuerteventura ist ideal, wenn du Weite, Strände und Wind magst. Für lange Wanderungen an der Küste ist der Dezember angenehm, zum Baden hängt viel vom persönlichen Kälteempfinden ab. Lanzarote wirkt vulkanischer und kompakter, mit beeindruckenden Lavafeldern, schwarzen Stränden und kurzen Fahrdistanzen.
Der Haken liegt in der Anreise. Wer das eigene Wohnmobil mitnimmt, muss eine lange Fährverbindung und zusätzliche Kosten einplanen. Für einen Aufenthalt von nur einer Woche ist es oft praktischer, zu fliegen und vor Ort ein Fahrzeug zu mieten. Mit dem eigenen Camper lohnt sich die Inselreise eher bei zwei bis vier Wochen oder als längere Überwinterung.
Madeira lohnt sich für Wanderer und Naturfans
Madeira ist kein klassisches Badeziel für den Dezember, dafür aber eines der stärksten Naturziele im Atlantik. Die Temperaturen bleiben mild und liegen im Winter häufig zwischen 15 und 22 °C. Gleichzeitig können sich Sonne, Regen, Nebel und Wind innerhalb weniger Stunden abwechseln.
Genau diese wechselnden Bedingungen machen die Insel reizvoll, verlangen aber etwas Flexibilität. Die Küste um Funchal und der Süden sind oft milder, während die Berge deutlich kühler und wolkenreicher sein können. Eine wasserdichte Jacke gehört deshalb genauso ins Gepäck wie leichte Kleidung.
Wandern mit Plan B
Die Levadas, Aussichtspunkte und Küstenwege sind im Dezember besonders angenehm, weil die Sommerhitze fehlt. Bei starkem Regen oder Wind können einzelne Wege allerdings gesperrt werden. Ich plane daher nie jeden Wandertag durch, sondern halte zwei Alternativen bereit, etwa einen Küstenspaziergang und einen Besuch in Funchal.
Mit einem größeren Wohnmobil wird Madeira anspruchsvoll. Enge Straßen, steile Anstiege und begrenzte Parkmöglichkeiten sprechen für ein kompaktes Fahrzeug. Wer mit Caravan reist, sollte Stellplätze früh prüfen und nicht davon ausgehen, spontan überall wenden oder übernachten zu können.
Andalusien und Algarve sind ideal für einen Roadtrip
Wenn du Europa nicht verlassen und trotzdem mildes Wetter genießen möchtest, sind Südspanien und Südportugal besonders interessant. An der Küste liegen die Temperaturen im Dezember oft bei 15 bis 20 °C. Das reicht nicht zuverlässig für Strandtage im Badeanzug, aber sehr wohl für Wanderungen, Stadtbesichtigungen und entspannte Fahrten.
Andalusien zwischen Küste und Bergen
Die Costa del Sol, Cádiz und die Region um Almería bieten milde Küstenabschnitte, während Granada und die Sierra Nevada bereits winterlich sein können. Diese Mischung ist der große Vorteil Andalusiens. Vormittags kannst du am Meer stehen und am nächsten Tag in den Bergen Schnee erleben.
Málaga, Cádiz und Sevilla eignen sich gut für Kultur und Essen, während die Naturparks und weißen Dörfer den Roadtrip abwechslungsreicher machen. Ich würde die Strecke nicht zu voll packen. Zwei bis drei Nächte pro Standort sind im Winter angenehmer als tägliches Weiterfahren, besonders wenn Regen oder starke Winde die Planung verändern.
Algarve für ruhige Küstentage
Die Algarve ist im Dezember ruhiger als im Sommer und dadurch für viele Camper deutlich angenehmer. Die Klippenlandschaften zwischen Lagos, Sagres und Faro lassen sich bei milden Temperaturen gut erwandern. Der Atlantik bringt jedoch Wind und gelegentliche Regenfronten mit, deshalb ist das Wetter weniger berechenbar als auf den Kanaren.
Viele Campingplätze haben ganzjährig geöffnet, aber nicht jeder Service ist außerhalb der Hauptsaison verfügbar. Vor der Anreise prüfe ich deshalb immer Öffnungszeiten, Stromanschlüsse, Entsorgung und Zufahrt. Für einen Roadtrip ab Deutschland solltest du außerdem realistisch rechnen. Bis zur Algarve kommen schnell rund 2.500 bis 3.000 Kilometer pro Strecke zusammen.
Bei einem Verbrauch von 10 Litern auf 100 Kilometer und einem angenommenen Dieselpreis von 1,80 Euro pro Liter kosten 3.000 Kilometer etwa 540 Euro Kraftstoff pro Strecke. Dazu kommen Maut, Stellplätze und gegebenenfalls Übernachtungen. Der direkte Flug ist nicht immer nachhaltiger oder schöner, aber bei kurzer Reisedauer oft deutlich effizienter.
Deutschland und die Alpen bringen echtes Wintergefühl
Nicht jeder möchte im Dezember Wärme. Deutschland ist dann stark, wenn du Adventsatmosphäre, historische Städte und kurze Wege miteinander verbinden willst. Nürnberg, Dresden, Erfurt, Lübeck und München bieten bekannte Weihnachtsmärkte, während kleinere Orte oft entspannter und weniger überlaufen sind.
Für eine Wohnmobilreise eignen sich beispielsweise der Schwarzwald, das Erzgebirge oder die Regionen rund um den Bodensee. Die Campingplätze sind zwar nicht überall geöffnet, dafür gibt es Stellplätze in der Nähe von Thermen, Altstädten und Wintersportorten. Eine gute Kombination ist Stadtbesuch am Nachmittag und Sauna oder Therme am Abend.
Wer Schnee sucht, sollte höher gelegene Ziele bevorzugen. In tiefen Lagen ist eine weiße Landschaft im Dezember keineswegs garantiert. Auch in den Alpen können milde Phasen den Schnee schmelzen lassen. Für Skifahrer lohnt sich daher ein Blick auf die Höhenlage und die aktuelle Schneesituation, nicht nur auf den Namen des Ortes.
Mit dem Camper ist die Ausrüstung hier entscheidend. Winterreifen, Schneeketten, Frostschutz für die Wasseranlage und eine zuverlässig funktionierende Heizung gehören zur Grundausstattung. Ich würde außerdem mindestens eine zusätzliche Gasflasche einplanen, denn kalte Nächte leeren den Vorrat schneller als viele Einsteiger erwarten.
So wird die Reise im Dezember mit Camper entspannt
Das Fahrzeug winterfest machen
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann Wasser in Leitungen, Pumpen und Tanks erhebliche Schäden verursachen. Wenn du in warme Regionen fährst, bleibt das Risiko auf der Strecke trotzdem bestehen. Ein Fahrzeug kann in Deutschland mit Frost starten und wenige Tage später am Mittelmeer stehen.
- Wasseranlage vor Frost schützen oder vollständig entleeren.
- Heizung, Gasregler und Rauchmelder vor der Abfahrt prüfen.
- Feuchtigkeit regelmäßig lüften, damit sich kein Kondenswasser festsetzt.
- Winterreifen und gegebenenfalls Schneeketten mitnehmen.
- Eine zweite Wärmequelle und warme Schlafsäcke als Reserve einpacken.
Die richtige Reisezeit wählen
Die erste Dezemberhälfte ist oft entspannter und günstiger als die Zeit kurz vor Weihnachten. Zwischen Weihnachten und Neujahr steigen Nachfrage und Preise an vielen beliebten Zielen. Gleichzeitig schließen kleinere Campingplätze, Restaurants und Sehenswürdigkeiten teilweise früher oder arbeiten mit eingeschränkten Öffnungszeiten.
Für einen kurzen Urlaub würde ich ein Ziel mit unkomplizierter Anreise wählen. Bis zu fünf Reisetage sprechen für Deutschland, Österreich oder eine Städtereise. Ab zehn Tagen kann sich Andalusien oder die Algarve lohnen. Die Kanaren und Madeira entfalten ihre Vorteile vor allem dann, wenn du nicht jeden Tag dem nächsten Programmpunkt hinterherfährst.
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Mit wechselhaftem Wetter umgehen
Im Dezember ist ein flexibler Plan wertvoller als eine minutiöse Route. Ich reserviere die ersten Nächte, lasse danach aber bewusst Spielraum. Bei Regen kann ein Museum, eine Markthalle oder eine Therme den Tag retten. Bei Sonne lohnt sich ein spontaner Küstenweg, auch wenn ursprünglich ein Stadtbesuch geplant war.
Ein grober Tagesrhythmus hilft zusätzlich. Fahre möglichst bei Tageslicht, denn nasse Straßen, Nebel und tief stehende Sonne machen unbekannte Strecken anstrengender. Gerade mit Caravan sind kurze Etappen von 150 bis 250 Kilometern meist angenehmer als lange Distanzen bis spät in die Nacht.
Die passende Dezemberroute beginnt mit einer ehrlichen Erwartung
Für maximale Wärme würde ich die Südseiten der Kanaren wählen. Für Wandern und Landschaft sind Madeira, Andalusien und die Algarve stärker. Wenn du Weihnachtsmärkte, Schnee und kurze Wege möchtest, bleib in Deutschland oder fahre in die Alpen.
Der wichtigste Gedanke ist für mich, das Ziel nicht schöner zu reden, als es ist. Wintersonne bedeutet nicht automatisch Badewetter, und mildes Klima schützt nicht vor Regen, Wind oder kalten Nächten. Wer diese Grenzen einplant und die Route an den eigenen Reisestil anpasst, erlebt im Dezember entweder einen echten Tapetenwechsel oder einen stimmungsvollen Winterurlaub, ohne unterwegs ständig gegen die Bedingungen anzukämpfen.